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7.9.2010 : 23:56 : +0200

Im Kleinwalsertal

Mit viel guter Laune im Gepäck starteten 48 Gauangellocher Wanderfreunde am Morgen des 25. September per Reisebus in ein erlebnisreiches Wochenende. Nach einer angenehmen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag unser Ziel Riezlern im Kleinwalsertal. Die Appartements im Sport- und Familienhotel wurden belegt, und nach kurzer Ruhepause formierte sich ein Teil unserer Gesellschaft bereits zur ersten Wanderung, wohingegen sich der andere Teil zum Verbleib im und um den Ort entschloss.
Abermals die Vorzüge des Busfahrens nutzend ließ sich die Wandergruppe von ihrem „Fahrdienst“ zum Einstieg in die Breitachklamm zur Kasse Tal nahe Tiefenbach befördern. Als eine faszinierende Wanderung präsentierte sich nun der Weg durch die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas, die am Fuße des Engenkopfes erst in den letzten Jahrtausenden durch Abschmelzen des Breitachgletschers entstand, indem das Gestein durch die enorme Kraft des Wassers regelrecht durchsägt wurde. Die mächtigen, schroffen Felsformationen unter, über und um uns herum und das rauschende, abschüssige Wildwasser der Breitach, die sich durch die Klamm dahinzwängt, ließen fast so etwas wie Ehrfurcht vor diesem Naturdenkmal aufkommen. Schließlich weitete sich die Schlucht zu einem bewaldeten Tal, in dem die Breitach wieder eine „normale“, steinige Gebirgsflussbettform mit Tiefen und Untiefen einnahm. Bevor uns der schöne Weg entlang des Ufers bis nach Riezlern zurückführte, fiel uns unterwegs am Rande des Flusses eine Kuriosität ins Auge: eine große, steinige Plattform war regelrecht übersät mit aufgetürmten Steinen und wirkte wie eine Stadt, die aus hunderten von Steinstürmchen aller Größen bis zur Mannsgröße errichtet war; eine wirklich ausgefallene, witzige Idee!
Mit einem gemütlichen Beisammensein und Abendessen ging der Tag zu Ende.
Am darauf folgenden Morgen machten sich die Wanderfreunde nach dem Frühstück zur großen Wanderung bereit. Das Wetter sollte wie am Tag zuvor viel versprechend werden, eitel Sonnenschein und angenehme Temperaturen waren vorausgesagt. Zu Fuß ging es zur Talstation der Kanzelwandbahn, und in Sechspersonenkabinen schwebte die Crew nun nach und nach hinauf in immer höhere Gefilde, durch den Nebel hindurch, bis sich die Wolken wieder auftaten und ringsherum ein wunderbares, seelenbefreiendes Panorama  der Alpengipfel zu sehen war. Nach dieser Fahrt des Einstimmens auf unsre bevorstehende Wandertour genoss die Truppe auf dem angekommenen Gundkopf (1949 m), nun befreit von der Enge der Gondel den tollen Rundblick und teilte sich sodann in zwei Gruppen auf, wobei sich die zahlenmäßig größere Gruppe die längere Route vornahm.
Aufmerksamkeit beim Gehen, Trittsicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme waren angesagt, da sich die Wanderung über eine lang gezogene, zusammenhängende Kammlinie erstreckte, die wenig Nebeneinanderherlaufen erlaubte.
Über steinige Pfade, meist beidseits flankiert von abschüssigen Hängen in Form von Geröllfeldern, zerklüfteten Felsmassiven und zu dieser Jahreszeit bereits viehlosen Hochweideflächen verlief die Route über den Gundsattel hinauf zum Fellhorn (2038 m) und weiter über den Schlappoldkopf (1968 m)  zum Söllerkopf (1925), wobei sich An- und Abstiege in halbwegs heftiger Form  die Waage hielten. Die herbstliche Sonne schien herrlich auf die Bergeshöhen herab. Ganz gleich, ob es die Silhouette einer Bergkette oder der Enzian oder die Silberdistel am Wegesrand war, immer wieder luden neue Standpunkte zu herrlichen Betrachtungen der Bergwelt ein. Beim Söllereck (1706 m) sodann stand uns ein Abstieg über einen anspruchsvollen Klettersteig bevor, nach welchem wir ebenso den Berggrat überwunden hatten. Mit Erreichen der Waldregion wurde der Weg breiter, sodass ein Nebeneinanderherlaufen wieder möglich war und die Gesellschaft ebenso ihr Tempo steigerte. Ziemlich bald stand wie herbeigewünscht das Berggasthaus Schönblick da, in dem eine wohlverdiente Getränkepause eingelegt wurde. Gut gestärkt ging es hernach auf direktem Wege nach Riezlern zurück.
Die kleine Wandergruppe, die sich für eine kürzere Bergtour entschied, folgte zunächst dem Gratweg zum Gundsattel und zweigte sodann hinunter zum Blumen -und Wanderlehrpfad ab, über den sie vorbei an der Bierenwangalpe die Bergstation Schlappoltsee erreichte. Nach einer kurzen Fahrt mit der Fellhorn-Gipfelbahn zur Fellhorn-Gipfelstation lief die Gruppe über den Gratweg zum Gundkopf zurück und genoss letztendlich die gemütliche Abfahrt mit der Kanzelwandbahn hinunter nach Riezlern.             
Die Nichtwanderer ließen sich von unserem „Fahrdienst“ nach Oberstdorf chauffieren und verbrachten dort einen angenehmen Tag bei Bummel, Spaziergang und Kaffee.
Bei guter Bewirtung und einem geselligen Beisammensein erlebten wir einen schönen Abend.
Am nächsten Morgen hatten die Ausflügler nach dem Frühstück genügend Zeit, sich vor der Heimfahrt in Riezlern noch ein wenig umzuschauen. Einige nutzten die Zeit zum Kirchengang.
Danach hieß es, von den Bergen Abschied nehmen. Auf ging`s in Richtung Heimat. In der Stadt Schwäbisch Hall legten wir einen Zwischenaufenthalt ein. Malerische  Fachwerkhäuser, kleine Gässchen, die mächtige romanisch-gotische Kirche St. Michael und ländliche Romantik luden zum Verweilen ein.
Im Gasthof „Hirsch“ in Schwäbisch-Hall-Hessental kehrten wir bei guter Bewirtung zum Ausklang unseres Ausflugswochenendes ein.
Wohlbehalten und ohne „Ausfälle“ kamen wir, bereit zu neuen Taten, am Sonntag Abend in Gauangelloch wieder an.
Dem Organisationsteam, allen Wanderführern, Transporteuren, Frühstücksspendern, Verpflegungsspendern, und allen, die den Ausflug in irgendeiner Weise unterstützt haben, herzlichen Dank.